Informieren Sie sich bitte hier über die Chronologie unserer Hilfe

 

Das Erdbeben in Nepal vom 25. April und 12.Mai 2015

Hilfe für die Opfer durch Nepalhilfe Kirtipur e.V.

  

Am 25. April 2015 um 11:56:26 Uhr Ortszeit erschütterte das schwerste Erdbeben seit mehr als 80 Jahren mit der Stärke von 7,8  auf der Richter-Skala (siehe Anmerkung unten) den Himalaya-Staat. Das Epizentrum befand sich in der Stadt Gorkha, ca. 80 km westlich von Kathmandu. Das Beben dauerte mehr als 40 Sekunden und versetzte mit mehreren Nachbeben der Stärke 6,3 - 6,7 die Menschen  in Angst und Schrecken.

Ein zweites, mehr als 25 Sekunden andauerndes Beben mit der Stärke 7,2 auf der Richter-Skala, jetzt mit dem Epizentrum ca. 80 km östlich von Kathmandu, ereignete sich am 12. Mai um 12:35 Uhr Ortszeit. Wie sich schon bald herausstellte, kosteten die Erdbeben nahezu 9.000 Menschen das Leben und mehr als 600.000 Häuser (8% aller bauten in Nepal) wurden zerstört.

Während die Medien die Weltöffentlichkeit vor allem über die tragischen Ereignisse in den bei Bergtouristen bekannten Himalaya-Regionen und den unersetzbaren Verlust fast aller Weltkulturerben in den touristischen Zentren informierte, wurde verhältnismäßig wenig beachtet, dass das Kathmandutal mit seinen zahllosen zum Teil historischen Dörfern und Kleinstädten zu den am schwersten betroffenen Regionen des ersten Bebens vom 25.April gehörte.

In der Kirtipur Municipality, einem Verbund aus 19 Ortsteilen und Dörfern mit insgesamt ca. 50.000 Einwohnern im Süden Kathmandus und Ort unserer Hilfe für benachteilige Kinder und Frauen,  wurden viele Dörfer fast dem Erdboden gleich gemacht. Allein im historischen Ortsteil Panga kollabierten 265 Häuser und am Ende zählte man in Kirtipur insgesamt 41 Todesopfer und mehr als 2.600 zerstörte oder beschädigte Häuser.

Kirtipur-Panga am Tag nach dem Erdbeben: Ca. 265 Häuser sind kollabiert, weitere 150 unbewohnbar.

Sehen Sie hier zwei beeindruckende Video- (Drohnen-) Luftaufnahmen
der Kirtipur Municipality wenige Tage nach dem Erdbeben


Ein kleines Wunder

Die Ehefrau Surja des Vorsitzenden des von mir zur Projektsteuerung eingerichteten Komitees engagiert sich seit mehr als 20 Jahren ehrenamtlich in der "Women's Health Voluntary Group of Kirtipur".

Diese Frauengruppe hat am 25. April 2015 ihren jährlichen Picknick-Ausflug unternommen und dabei fröhlich den

Stufen des Vatsala Devi Tempels auf dem Durbar Square Bhaktapur Platz genommen (Surja: Mitte 2. Reihe von oben). Das Foto wurde von einem freundlichen Passanten mit einem Handy um exakt 11:54:50 Uhr aufgenommen. Die Frauen haben ihren Platz unmittelbar danach wegen 'merkwürdiger Geräusche' fluchtartig verlassen. Genau 1½ Minuten später, um 11:56:26 Uhr, stürzt der Tempel in dem ersten großen Erdbeben in sich zusammen.

Zu diesem Zeitpunkt wissen die Frauen noch nicht, was sie bei ihrer Rückkehr in ihren Heimatort Kirtipur-Panga erwartet, in dem 265 Gebäude eingestürzt sind.

Meine Gedanken richteten sich sofort auf das Schicksal "unserer" Kinder im Primary Education Program Kirtipur [PEP] und deren Familien, der Familien meiner Helfer  sowie der Familien der ca. 20 unterstützten benachteiligten Newar-Frauen. Spontan konnte ich die traurige Nachricht in Erfahrung bringen, dass der Vater eines unserer Schüler, der Bruder eines anderen und die Großmutter eines dritten Opfer des Bebens geworden, ansonsten aber keine weiteren Menschenleben zu beklagen waren. Bezüglich der 14 von uns betreuten Schulen erhielt ich die Information, dass die Panga Secondary School wegen schwerster Schäden gesperrt werden musste, andere wegen starker Beschädigungen zumindest teilweise gesperrt wurden.

Ich habe daher bereits am 27. April in einer Spenden-Sammelaktion zur Hilfe bei den materiellen Schäden unserer Schützlinge aufgerufen. Die Sammelaktion stand unter dem Motto:

"Ihre Spende bekommt ein Gesicht"

womit ich zu Ausdruck bringen und zusichern wollte, dass alle Spenden nur für individuelle Hilfe bei "unseren" Familien und Schulen  eingesetzt werden sollten. Die Verwendung in anonymen Großprojekten hatte ich von Anfang an ausgeschlossen.

Die Resonanz auf meinen Aufruf war überwältigend. Die Summe der Spenden überstieg schon nach kurzer Zeit meine ursprünglichen Erwartungen um ein Vielfaches  und hat mich in die Lage versetzt, zwischen Mai und Dezember 2015 sehr umfangreiche individuelle Hilfsmaßnahmen für unsere ca. 100 Familien und 14 Schulen durchzuführen. Die Gleichbehandlung aller Betroffenen habe ich durch neutrale Schadensermittlungen sichergestellt, für die ich eigens ein "assessment - team", bestehend aus einem Architekten und einer Sozialarbeiterin eingesetzt hatte.

 

Anmerkung:

Beben mit einer Stärke unter 4,5 kommen in Nepal regelmäßig vor und führen im allgemeinen nicht zu Schäden. Zerstörerisch sind Beben oberhalb einer Stärke von 7,0 (wie am 25.April und 12.Mai). Wesentliche Schäden entstehen ab Stärke 6,0. Da die Skala exponentiell ist, bedeutet dies, dass ein Beben der Stärke 7,0 zehnmal stärker  ist als eines mit 6,0 und hundertmal stärker als eines mit der Stärke 5,0. Beben der Stärke 5,5  können allerdings schon beschädigte Häuser zum Einsturz bringen.

 

 

 

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